Glutamin ist eine nicht-essentielle Aminosäure, die der Körper aus anderen Aminosäuren (insbesondere den BCAA’s  Valin und Isoleucin ) herstellen kann. In der Trainingsforschung wird Glutamin als Zustands-essentielle Aminosäure bezeichnet, weil es bei katabolen Belastungen vom Körper nicht ausreichend bereitgestellt werden kann und folglich über die Ernährung ergänzt werden muss.

Bei intensivem Training ( im katabolen Zustand ) baut der Körper Proteine zu Aminosäuren ab, um sie zur Energiegewinnung zu nutzen. Dabei werden vor allem Arginin, Prolin, Histidin und die BCAA’s Leucin und Isoleucin verstoffwechselt. Diese Eiweißkatabolie kann durch zusätzlich aufgenommenes Glutamin, das quasi als Energieersatz einspringt, verringert werden. Intensives Training fördert nicht nur die muskelaufbauenden Prozesse, sondern verursacht gleichzeitig auch den Abbau von Muskelgewebe während des Trainings. Zum Muskelaufbau kann es folglich nur kommen, wenn die Proteinsynthese (anabol) den Muskelabbau (katabol)
übersteigt!


Intensives Training oder eine Wettkampf-Diät können bei einer Fehlernährung eine Glutaminentleerung im Muskel verursachen, die dazu führt, dass der Körper andere Aminosäuren zum Ausgleich verstoffwechseln muss. Der dadurch entstehende Verlust der dazu verwendeten Aminosäuren ( s.o.) führt zwangsläufig zu einer verminderten Proteinbiosynthese, einer negativen Stickstoffbilanz und einem vermehrten Muskelabbau. Erst wenn die Glutaminkonzentration in der Muskelzelle wieder normal ist, kann es wieder zu einer positiven Stickstoffbilanz und zu Muskelaufbau kommen!

Dabei beruht die muskelaufbauende Wirkung von Glutamin in erster Linie auf einer Steigerung der Zellhydration
( Wassereinlagerung in der Muskelzelle ). Denn die Zunahme des Zellvolumens wirkt nachweislich anabol und fördert folglich die Proteinsynthese und auch die Glycogensynthese!

Wir sehen also, dass Glutamin einerseits den Muskelaufbau fördert und andererseits dem Muskelabbau entgegen-wirken kann.

 

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